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Klimawandel und Ostsee-Urlaub
Energie aus Biomasse und erneuerbare Energien

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Täglich vor der Tagesschau Ihre News und Infos für den Urlaub
auf der Ostsee und an der Ostseeküste. Was veränderte sich oder wird gerade geplant? Was hat sich ereignet? Wie sieht es an der Ostsee aus?
© Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

Vorbemerkung 17. Juli 2010: Eine Hitzewelle mit Temperaturen von über
30 Grad an der Ostsee prägte das letzte Wochenende. Aber erstaunlich wenig spielt jetzt das Wort Klimawandel eine Rolle. Es hat offensichtlich
in den großen Medien seinen großen Schlagzeilenwert von einst
verloren. Um so interessanter ist ein Blick in die Vergangenheit.

Klimawandel und Ostsee-Urlaub, News vom 11. März 2007

Ostsee-News (ur). Der Klimawandel ist in den vergangenen Wochen mit voller Kraft in das Blickfeld der Öffentlichkeit gelangt. Auch Horror-Meldungen in einem dafür bekannten Teil der Medien haben daran ihren Anteil: "Fliegt uns die Erde um die Luft?" (BILD Mecklenburg-Vorpommern vom 20. Januar 2007, Titelseite) und "KLIMA-HORROR. Der Mensch ist schuld, wenn unsere Erde stirbt" (BILD-Bundesausgabe vom 3. Februar 2007, Seite 9). Bekanntlich hat die Erde noch ein bisschen Zeit mit ihrem Sterben. Dramatisch verändern werden sich indes die Lebensbedingungen in verschiedenen Teilen der Welt, wenn der Klimawandel so voranschreitet, wie es der Weltklimarat (IPCC) in seinem am 2. Februar 2007 in Paris vorgelegten Bericht über die Erderwärmung prognostiziert hat. Sechs Szenarien hat der UN-Klimarat der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Einflussfaktoren und Berechnungsmodellen könnte sich demnach die Atmosphäre bis zum Jahr 2100 mindestens um 1,1 bis 2,9 Grad aufheizen. Diesem Mindestszenario 1 steht das Maximumszenarium 6 mit 2,4 bis 6,4 Grad gegenüber. Das dies mit einem Schmelzen der Gletscher einhergeht und damit auch mit einem Anstieg des Meeresspiegels sowie einer Zunahme der Dürreperioden in Teilen der Welt ist unumstritten. ABER wie wird sich dies auf den Urlaub an der Ostsee auswirken? So viel scheint sicher zu sein: Entlang der Ostseeküste wird es langfristig wärmer und damit länger grünen, während die Eisbildung der Ostsee immer mehr in den Hintergrund gerät. Vielleicht wird es sie dann sogar vor der Ostseeküste von Finnland sowie Lettland und Estland in hundert Jahren nur noch ausnahmsweise geben. Die heute mit sogenannten saisonverlängernden Massnahmen angestrebte Ausdehnung der Urlaubssaison an der Ostsee wird es im Rahmen des Klimawandels langfristig sowieso geben. Die Ostsee-Region könnte auf diese Weise die jetzigen Urlauberströme in Richtung der Mittelmeerküste von Spanien und Italien verstärkt zu sich herüberziehen. In einigen Mittelmeer-Regionen wird es für zahlreiche Urlauber einfach zeitweise zu heiß werden, wenn die Prognosen stimmen. Wird der Ostsee-Urlaub also zum Gewinner des Klimawandels? JA und NEIN! Die Ostsee-Region wird für eine längere Zeit des Jahres für Urlauber attraktiver, aber in der verbleibenden Zeit durch verstärkte Sturmflutgefahren auch problembehafteter. Letzteres werden vor allem jene zu spüren bekommen, die heute in der ersten Reihe an der Kliffkante Urlaubsunterkünfte mit Meeresblick anbieten oder dies in sehr flach über dem Meeresspiegel gelegenen Küstenbereichen tun.
Mehr Mittelmeerklima am Ostseestrand JA, aber Sturmflutzunahme, Überschwemmungen und verstärkter Küstenabbruch NEIN Danke! Es gilt also etwas zu tun. Somit ist es erfreulich, dass auf dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche ein Zeichen gesetzt wurde. Bleibt zu hoffen, dass es wirklich zur angestrebten Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 20 Prozent bis 2020 kommt und zu einer Steigerung des Pflichtanteils an erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse in der gleichen Zeit auf 20 Prozen in den EU-Ländern.

 

Mehr zu den Ergebnissen des EU-Gipfels in Brüssel und Mecklenburg-Vorpommern können Sie auch der folgenden, am 8. März 2007 verbreiteten Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern entnehmen:

Energie aus Biomasse wird zur tragenden
Säule alternativer Energieformen

Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus (SPD) begrüßt die Einigung des EU-Gipfels in Brüssels auf verbindliche Klimaziele. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs haben sich neben einer CO2 –Reduzierung um ein Fünftel auch auf eine Anhebung der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 geeinigt.

Darin sieht Minister Backhaus eine Bestätigung seiner Strategie vom Landwirt hin zum Energiewirt: “Energie aus Biomasse und nachwachsenden Rohstoffen ist die tragende Säule alternativer Energieformen und hilft unsere Energieabhängigkeit zu verringern. Die Erzeugung von Biomasse für eine energetische Nutzung hat sich von einer Nischenproduktion zu einem marktrelevanten Absatzweg für die Landwirtschaft entwickelt. Das Positive beim Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse ist, dass verschiedene Zielstellungen vom Klimaschutz, über einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung bis hin zur Stärkung der ländlichen Räume erreicht werden können.

Darüber hinaus weist Biomasse als Energieträger einen Vorteil auf, den sonst nur fossile Träger haben: im Unterschied zur Windkraft oder Sonnenenergie ist der Energieträger Biomasse nahezu wetterunabhängig. Biomasse ist speicherbar, sie kann überall, wo Pflanzen wachsen, erzeugt werden und aus Bioenergie können alle Formen der Energie, Kraftstoff, Strom und Wärme erzeugt werden. Diese Möglichkeiten werden der Erzeugung von Energie auf Basis von Biomasse einen bedeutenden Anteil an der künftigen Energieversorgung sichern. „Zusätzlich werden durch die neuen Technologien neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen. Dies spricht auch gerade junge Leute an, sich für eine berufliche Zukunft auf dem Lande zu entscheiden. Die Zeiten, in denen ländliche Räume als rückständig galten sind vorbei“, betont Backhaus.

Bereits im Jahr 2005 erreichte die Bioenergie hierzulande einen Anteil von rund 10% am Primärenergieverbrauch (im Vergleich dazu auf Bundesebene 3,5 % auf Basis Biomasse) Eine Potentialabschätzung für das Jahr 2020 hat ergeben, dass dann circa ein Viertel des Primärenergieverbrauches in Mecklenburg-Vorpommern auf Basis Bioenergie gedeckt werden könnte. „Diese Zahlen verdeutlichen, welche Bedeutung die Bioenergie bereits für die Land- und Forstwirtschaft in unserem Land erreicht hat und dass wir hier noch Entwicklungspotential haben. Ich verspreche mir von einem weiteren Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse sowohl positive Effekte für die Beschäftigung im ländlichen Raum als auch Beiträge zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Beim weiteren Ausbau müssen wir darauf achten, dass möglichst effektive Verfahren der energetischen Nutzung von Biomasse vorangebracht und weiterentwickelt werden“, so der Minister.

Klimawandel und Ostsee-Urlaub
Energie aus Biomasse und erneuerbare Energien

Ostsee-News von www.kreidefelsen.de am 11. März 2007
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